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Typische Fehler nach einem Unfall – und wie ein Gutachter hilft

Ein Unfall passiert in Sekunden. Was danach folgt, kann jedoch über Wochen und Monate hinweg Konsequenzen haben – vor allem dann, wenn man in der Aufregung und Überforderung des Moments falsche Entscheidungen trifft. Viele Betroffene ahnen gar nicht, wie teuer diese Fehler werden können. Wer die häufigsten Stolperfallen kennt, schützt sich vor unnötigen Verlusten.
 
Zu schnell einer Schuld zugestimmt
 
Die Nerven liegen blank, der andere Fahrer wirkt aufgebracht oder bedrohlich, und ehe man sich versieht, hat man am Unfallort etwas gesagt, das man hinterher bereut. Aussagen wie „Das tut mir leid, das war meine Schuld" wirken im Nachhinein wie ein Geständnis – auch wenn die tatsächliche Schuldfrage noch gar nicht geklärt ist. Versicherungen greifen solche Äußerungen gerne auf. Am Unfallort gilt daher eiserne Regel: keine Schuldanerkennung, keine voreiligen Erklärungen.
 
Den Schaden selbst einschätzen – ein teurer Irrtum
 
Ein weiterer klassischer Fehler ist es, den Fahrzeugschaden auf eigene Faust zu beurteilen. „Sieht nicht so schlimm aus" – dieser Gedanke hat schon viele Fahrzeughalter in eine schlechte Verhandlungsposition gebracht. Denn was oberflächlich harmlos wirkt, kann darunter massive strukturelle Schäden verbergen. Karosserieverformungen, Achsschäden oder Beeinträchtigungen an sicherheitsrelevanten Bauteilen sind ohne Fachkenntnis nicht sichtbar. Genau hier kommt der Kfz-Sachverständiger für Fahrzeugschäden ins Spiel: Er bewertet den Schaden vollständig, dokumentiert ihn lückenlos und erstellt ein Gutachten, das bei der Versicherung rechtlich belastbar ist.
 
Das Fahrzeug zu früh reparieren lassen
 
Wer sofort zur Werkstatt fährt und das Auto reparieren lässt, bevor ein Gutachter es begutachtet hat, verliert wichtige Beweise. Die Versicherung des Unfallverursachers kann später bestreiten, dass bestimmte Schäden überhaupt durch den Unfall entstanden sind – und ohne dokumentierten Ausgangszustand hat der Geschädigte schlechte Karten. Der Gutachter sollte also immer vor der Reparatur hinzugezogen werden, nicht danach.
 
Nur auf den Kostenvoranschlag der Werkstatt vertrauen
 
Viele Unfallbeteiligte denken, ein Kostenvoranschlag der Werkstatt reiche aus. Das stimmt jedoch nur eingeschränkt. Ein Kostenvoranschlag schätzt die Reparaturkosten – aber er berücksichtigt weder den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs noch mögliche merkantile Wertminderung. Diese tritt ein, wenn ein Fahrzeug selbst nach einer fachgerechten Reparatur im Wiederverkauf weniger wert ist, weil es als Unfallwagen bekannt ist. Dieser Wertverlust ist ein echter finanzieller Schaden, den ein professionelles Gutachten beziffert – ein Kostenvoranschlag hingegen nicht.
 
Die Fristen verschlafen
 
Viele Betroffene wissen nicht, dass es Fristen gibt. Schadensersatzansprüche verjähren, und auch die Versicherungen haben ihre eigenen Bearbeitungszeiten und Erwartungen. Wer zu lange wartet, riskiert, auf einem Teil seines Schadens sitzenzubleiben. Ein Gutachter hilft dabei, alle relevanten Schritte schnell und vollständig in die Wege zu leiten.
 
Was ein Gutachter konkret bewirkt
 
Ein unabhängiger Gutachter arbeitet im Interesse des Geschädigten – nicht der Versicherung. Er stellt sicher, dass kein Schaden unter den Tisch fällt, berechnet den Nutzungsausfall für die Zeit, in der das Fahrzeug in der Werkstatt ist, und gibt eine fundierte Einschätzung darüber ab, ob eine Reparatur wirtschaftlich sinnvoll ist oder ob ein Totalschaden vorliegt. Diese neutrale, fachkundige Stimme ist oft der entscheidende Unterschied zwischen einer fairen Entschädigung und einem Vergleich, der weit unter dem tatsächlichen Schaden liegt.
Wer nach einem Unfall einen kühlen Kopf behält und frühzeitig einen Gutachter einschaltet, hat die besten Chancen, seinen Schaden vollständig ersetzt zu bekommen – ohne böse Überraschungen.

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